AG Kunstgeschichte mit links
Welche Aufgaben kommen Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft zu, wenn sie sich als kritische Akteurinnen in den Umbrüchen und Auseinandersetzungen der Gegenwart positionieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen? Von welchem Selbstverständnis aus, mit welchen Mitteln der Selbstorganisation, Wissenskommunikation und -partizipation geschah dies bisher? Welche Möglichkeiten findet sie heute dafür? Die Fragen sind drängend, stehen doch aktuell die Wissenschaftsfreiheit und die Demokratie unter einem Druck wie seit Langem nicht mehr. Zugleich erleben wir eine technische, mediale und kommunikative Revolution, die uns herausfordert, neue Formen der Generierung und Vermittlung von Wissen zur Diskussion zu stellen.
Die AG Kunstgeschichte mit links nimmt das 60. Jubiläum des Ulmer Vereins (2028) zum Anlass, um diesen Problemen aus einer historischen Perspektive und ausgehend von aktuellen Fragen, Debatten und Interessen zuzuwenden. Wir wollen im Dialog mit der Geschichte über die Zukunft einer kritischen Kunstwissenschaft debattieren. Hierfür sichten wir Archivmaterial, führen Zeitzeug:innengespräche durch und vergegenwärtigen uns frühere Diskussionen zur Methodik und Praxis einer emanzipatorischen Kunstgeschichte.
Wir verstehen diese Arbeit als gemeinsame Erkundung im Sinne einer kollektiven Forschung. Es geht um das Gespräch, die Diskussion und die Kontroverse. Wir wollen sowohl fachinterne wie überfachliche Gruppen ansprechen und die Geschichte des Ulmer Vereins im historischen wie zeitgenössischen internationalen Netzwerk einer kritischen Kunstgeschichte verorten.
Wir treffen uns monatlich per Video-Meeting. Wer sich der AG anschließen möchte, ist herzlich eingeladen. Ihr könnt uns via kunstgeschichte.mit.links@ulmer-verein.de oder auch persönlich kontaktieren.
Mitglieder der AG: Irene Below, Katja Bernhardt, Marie van Bömmel, Marie Egger, Louis Hartnoll, Henrike Haug, Thomas Helbig, Andreas Huth, Isabelle Lindermann, Fiona McGovern, Lucía Antilén Pavez Sandoval
Einen Einblick in die Arbeit der AG geben die Debattenbeiträge in den “kritischen berichten”:
1.2025: «Da habe ich dann gedacht: Jetzt reicht es». Silke Wenk im Gespräch mit Henrike Haug und Andreas Huth, AG Kunstgeschichte mit links im Ulmer Verein
https://doi.org/10.11588/kb.2025.1.108549
2.2025: Kunstgeschichte ist immer politisch. Charlotte Püttmann und Hannah Rhein (AG edk) im Gespräch mit Henrike Haug und Andreas Huth (AG Kunstgeschichte mit links)
https://doi.org/10.11588/kb.2025.2.110104
3.2025: Kunstvermittlung und Ausstellungspraxis. Auf der Suche nach einer emanzipatorischen Kunstgeschichte nach 1967. Irene Below im Gespräch mit Isabelle Lindermann und Fiona McGovern (AG Kunstgeschichte mit links)
https://doi.org/10.11588/kb.2025.3.111522
4.2025: Irene Below, Katja Bernhardt, Henrike Haug, Andreas Huth, Fiona McGovern: Präteritum und Präsens, gern Imperfekt und natürlich Futur. Zugänge zur Kunstgeschichte mit links“ (AG Kunstgeschichte mit links)
https://doi.org/10.11588/kb.2025.4.113093