kritische berichte.

Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften
Mitteilungsorgan des Ulmer Vereins - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

Die Redaktion der kritischen berichte und der Vorstand des Ulmer Vereins begrüßen Themenvorschläge für Hefte. Obwohl die kritischen berichte vor einigen Jahren als Themenhefte konzipiert wurden, bitten wir von Anfragen für die Publikation von Tagungsbänden abzusehen.

kritische berichte 3.2023: Kunst und (Neue) Rechte

Call for Articles

KUNST UND (NEUE) RECHTE
kritische berichte 3.2023
Herausgegeben von Friederike Sigler & Kathrin Rottmann

Mit dem Erstarken der (Neuen) Rechten stellt sich für eine kritische Kunstgeschichte die Frage, welche Rolle Kunst in der politischen Bewegung einnimmt und welche Bedeutung ihr zugewiesen wird. Dass die Akteur:innen der Neuen Rechten häufig Konzepte des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci zur Kulturhegemonie anführen, verdeutlicht, dass sie ihre politischen Ziele längst auch mithilfe kultureller Praktiken umzusetzen suchen. Bislang sind beispielsweise in der deutschsprachigen geisteswissenschaftlichen Forschung vor allem die Instrumentalisierung von Literatur, Architektur und Räumen durch die ultrarechte Kaderschmiede Götz Kubitscheks und sein Institut für Staatspolitik oder aber die Ästhetik politischer Inszenierung, wie etwa der Identitären, untersucht worden. Für das dritte Heft der „kritischen berichte“ 2023 möchten wir den Fokus auf die Kunst richten und sowohl konkret nach (neu)rechter Kunst, ihrer Beschaffenheit und ihren Gebrauchsweisen fragen als auch nach den Voraussetzungen der Kunstgeschichte, um sie zu erforschen: Gibt es (neu)rechte Kunst? Wie sieht sie aus und wie lässt sie sich erkennen? Steht sie in einer bestimmten ästhetischen Tradition? Welche Rolle spielt die politische Ausrichtung von Künstler:innen – auch für eine Kunstgeschichte, die sich nicht an Biographien abarbeitet? Inwieweit bietet die Kunstgeschichte überhaupt adäquate Methoden, um diese Fragen zu erörtern? Woran liegt es, dass bisher kein kunsthistorischer Diskurs um (neu)rechte Kunst in der Gegenwart zustande kam? – Weil es gar keine rechte Kunst geben kann, solange sich deren Vereinnahmung durch die Rechte und das Autonomieversprechen der Moderne gegenseitig ausschließen? So lautet zumindest die Begründung einer „freien“, „westlichen“ und „demokratischen“ Moderne gegenüber der NS-Kunst, obwohl Kunsthistoriker:innen seit den 1970er Jahren, auch in den „kritischen berichten“, auf die Folgenschwere solcher Logiken hingewiesen haben. An diesem ideologischen Paradox, das die Erforschung der NS-Kunst als Kunst einschränkt und dadurch Kontinuitäten nationalsozialistischer Ästhetik unsichtbar macht, setzt das Themenheft an.

Für die dritte Ausgabe der „kritischen berichte“ 2023 freuen wir uns über Einsendungen, die sich kritisch mit diesen und daran anknüpfenden Fragen beschäftigen. Mögliche Themenkomplexe sind:
• Ästhetik, künstlerische und politische Praxis (neu)rechter Kunst
• (Neu)rechte Künstler:innen
• Kunstprogramme und -sammlungen der (Neuen) Rechten
• (Neu)rechte Kunst im europäischen und globalen Vergleich
• Traditionen und Kontinuitäten (neu)rechter Kunst
• Umgang mit NS-Kunst in der dt. Kunstgeschichte und Ausstellungspraxis
• Neokonservative und (neu)rechte Tendenzen in der Kunstkritik sowie deren Umgang mit potenziell rechter Kunst

Die geplanten Beiträge sollen auf einem Online-Workshop Anfang Februar 2023 vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Anschließend sind acht Wochen Zeit, um die Texte zu überarbeiten; die Einreichung der fertigen Texte ist für Ende März 2023 geplant. Bitte schicken Sie ein Exposé von höchstens einer Seite Länge und einen knappen Lebenslauf mit relevanten Publikationen bis zum 14. Oktober 2022 per E-Mail an die Herausgeberinnen des Heftes friederike.sigler@rub.de und kathrin.rottmann@rub.de. Die Rückmeldung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis Ende Oktober 2022.

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kritische berichte 03/2023
ART AND THE (NEW) RIGHT

For a critical art history, the rise of the (New) Right raises the question about the role of art in the political movement and the significance assigned to it. The fact that the actors of the New Right often cite concepts of cultural hegemony by the Italian communist Antonio Gramsci demonstrates that they have long sought to implement their political goals with the help of cultural practices. So far, for example, German-language research in the humanities has primarily examined the instrumentalization of literature, architecture, and spaces by the ultra-right think tank of Götz Kubitschek and his Institut für Staatspolitik (institute for state policy), or the aesthetics of political staging, such as that of the Identitären. For the third issue of "kritische berichte" in 2023, we would like to focus on art and ask both specifically about (new)right-wing art, its nature and ways of using it, and about the preconditions of art history in order to explore it: Does (new)right-wing art exist? What does it look like and how can it be recognized? Does it stand in a certain aesthetic tradition? What role does the political orientation of artists play - also for an art history that does not work through biographies? To what extent does art history offer adequate methods to discuss these questions? Why has there been no art historical discourse on (new)right-wing art in the present? - Is it because there can be no right-wing art as long as its appropriation by the right and the promise of autonomy of modernity exclude each other? At least this is the rationale of a "free," "Western," and "democratic" modernism as opposed to Nazi art, although art historians have pointed out the seriousness of the consequences of such logics since the 1970s, including in the "kritische berichte”. It is this ideological paradox, which limits the study of Nazi art as art and thereby renders continuities of National Socialist aesthetics invisible, from which this thematic volume takes its starting point.

For the third issue of "kritische berichte" 2023, we welcome submissions that critically address these and related questions. Possible topics are:
• Aesthetics, artistic and political practice of (new)right-wing art
• (New)Right artists
• Art programs and collections of the (New) Right
• (New)Right art in European and global comparison
• Traditions and continuities of (New)Right art
• Dealing with Nazi art in German art history and exhibition practice
• Neoconservative and (New)Right tendencies in art criticism and its handling of potentially right-wing art

The planned contributions are to be presented and jointly discussed at an online workshop in early February 2023. Thereafter, there will be eight weeks to revise the texts; submission of the finished texts is planned for the end of March 2023. Please email a synopsis of no more than one page in length and a concise curriculum vitae with relevant publications to the editors of the issue friederike.sigler@rub.de and kathrin.rottmann@rub.de by October 14, 2022. Feedback on acceptance of submissions will be provided by the end of October 2022.


Heft 2.2022

Soziale Fragen und Kunstwissenschaft heute

 

Léa Kuhn, Kathrin Rottmann Soziale Fragen und Kunstwissenschaft heute. Editorial
Louis Hartnoll The Road to Artificial Hells: Revisiting the Theory of Socially Engaged Art
Dirk Hildebrandt Social Art History 4.0? Zum post-digitalen Weltverhältnis der Gegenwartskunst
Veronica Peselmann Postkoloniale Fragen in der Kunstgeschichte. Plädoyer für Analysen verteilter Handlungsträgerschaften
Christoph Eggersglüß Benchmarking - 'sichere' Straßenmöblierungen und 'selektive' Sitzgelegenheiten
Jordan Troeller The Maternal in Drag: Towards a Mother-Driven Theory of Artistic Creation
Inga Elsbeth Schwarz Drei Weiber von Otto Dix - Kunstgeschichte als Hexenjagd?
Marcus Held, Birte Kleine-Benne (Sozial engagierte) Künstler*innen & Theoretiker*innen, ent-verschleißen wir uns!
Elisabeth Fritz Ästhetik des Sozialen. Vorschlag für einen anderen social turn in der Kunstgeschichte
Debattenbeitrag Undisziplinierte Institutionen. Kanonfragen, Sichtbarkeiten, Akteur:innen
Ina Mertens Vom Objekt zur Beschreibung. Die postkoloniale Notwendigkeit für spezifische Datenproduktion


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Heft 1.2022

 Phänomen 'Farbe'. Ästhetik - Epistemologie - Politik

Hana Gründler, Franziska Lampe, Katharine Stahlbuhk Phänomen 'Farbe'. Ästhetik - Epistemologie - Politik. Editorial
Giulia Simonini, Friedrich Steinle Pure Red. The Evolution of a Colour Idea in Trichromacy
Jane Boddy A Feeling of Somewhere: Kandinsky on the Emotional Impact of Color
Sven Jakstat Farbe als Material in der Architektur Bruno Tauts
Alexandra Nicolaides Actually and Think: Photography as a Local Color Language
Kerstin Borchhardt Farbenhören: Die Cyborg-Synästhesie des Neil Harbisson
Debattenbeitrag Undisziplinierte Institutionen. Kanonfragen, Sichtbarkeiten, Akteur:innen
Christopher A. Nixon Frederick Serving Fruit. Die Zukunft und soziale Verantwortung des postkolonialen Museums


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Heft 4.2021

Die Kunsthistorikerin? Bilder und Images

Brigitte Sölch, Jo Ziebritzki und Anja Zimmermann Die Kunsthistorikerin? Bilder und Images. Editorial
Irene Below Hedda Guradze und Hanna Grisebach - unsichtbare (Vor)Bilder und ein nicht erteilter Auftrag
Anja Zimmermann Gruppenbilder mit Dame. Visuelle und diskursive Images der Kunsthistorikerin* am Beispiel einiger Fotografien des Ersten Deutschen Kunsthistorikertages von 1948
Henrike Haug Zur Un/Möglichkeit des Gelehrtinnenbildes
Jo Ziebritzki Wie die eigene Wahrnehmung zu wissenschaftlicher Erkenntnis wird - untersucht anhand von Lees und Anstruther-Thomsons "Beauty and Ugliness" (1897)
Brigitte Sölch Wider das heutige Image der Kunsthistorikerin? Frühe Forschungsfelder wie Architektur, Landschaftsraum und Territorium
Änne Söll Weltenretterin, Hellseherin, Emanze. Zur populären Inszenierung von Kunsthistorikerinnen und Archäologinnen im zeitgenössischen Film und Serienproduktion
Annette Dorgerloh Rettung in letzter Sekunde - Kunsthistorikerinnen in Historienfilmen zum Thema Kunstraub in der NS-Zeit / Kriegsende
Debattenbeitrag Arbeitsbedingungen in den Kunstwissenschaften
Kendra Birken, Alexandra Rau, Birgit Blättel-Mink Akademische Sorgearbeit in Zeiten ihrer digitalen Verhinderung


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Heft 3.2021

Rassismus in der Architektur / Racism in Architecture

Regine Heß, Christian Fuhrmeister, Monika Platzer Aus dem 'Toten Winkel' zum Mainstream? Eine Bestandsaufnahme. Editorial
Catharina Meier Network of Black Professionals Working in the Building Industry
Maja Lee-Voigt Public Urban Space Matters!
Reflections on Regulation and Racialization of Public Urban Space through Spatialized Policing Practices
Itohan Osayimwese From Postcolonial to Decolonial Architectural History: A Method
Ole W. Fischer Der 'blutige' Durchbruch des belgischen Art Nouveau. Die Kongo-Freistaat-Ausstellung in Tervuren 1897
Monika Platzer Politisches über zwei "unpolitische" Architekten. Roland Rainer und Karl Schwanzer im Nationalsozialismus
Regine Heß Deconstructing Nationalist Mindsets in Architectural History and Theory by Questioning the Concept of the Single-Family House
Alexandra Klei Von der 'Wiedergutmachung' zum "Kampf gegen Antisemitismus". Bedeutungszuschreibungen an Synagogen in Deutschland nach 1945
Sabine Girg Am Rand der Stadt und der Gesellschaft: Das Wohnbauprojekt Poblado Gitano. O Vao, Pontevedra
Mira Anneli Naß Architektur von unten? Eine Kritik komplexitätsreduzierender Praktiken bei Forensic Architecture
Birgit Szepanski Smashing Figures - Ein performativer Spaziergang im Olympiapark Berlin
Benjamin Kaufmann, Christian Fuhrmeister Die Schandwache am Lueger-Ehrenmal in Wien im Oktober 2020
Arbeitsbedingungen in den Kunstwissenschaften: Debattenbeitrag  
Christian Frühm, Henry, Kaap, Léa Kuhn Hochschulinnovation und kein Ende? Ein Plädoyer für mehr Arbeit an der Arbeit



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Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kunstgeschichte
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80798 München