Kunsthistorischer Studierendenkongress

Der KSK ist der Kunsthistorische Studierendenkongress. Seit seiner Gründung im Jahr 1969 wird er vom Ulmer Verein in seinem Anliegen, die Studierenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu vernetzen und ihre Belange zu vertreten, unterstützt.

Der seit 2013 bestehende KSK-Sprecher_innenrat ist weiterhin aktiv darum bemüht, die deutschsprachigen Studierenden der Kunstgeschichte auch abseits der beiden Konferenzen zu vertreten. Unter anderem wurde eine ständige Internetpräsenz unter www.derksk.org eingerichtet. 

Programm bald online!

101. KSK in Bamberg (26.-29. Mai 2022)

Das Verhältnis von Kunst und Illusion wirft immer wieder die Frage auf: Ist nicht jede Kunst im Kern Täuschung? Schon die Architektur im alten Griechenland täuschte – teils offensichtlich, teils versteckt – auf mehreren Ebenen. Die Imitation eines Holzbaus in Stein dürfte schnell erkannt worden sein, ebenso die Fassung als materialverhüllender Farbvorhang. Aber begriffen Betrachtende die Inklination und Kurvatur, die hinter der verstärkten Nah- und Fernwirkung steckten? Kunstschaffende der Antike und frühen Neuzeit wetteiferten mit immer neuen Ideen um die bestmögliche Täuschung des menschlichen Auges. Sah Vasari noch die idealisierte, aber wahrheitsgetreue Abbildung der Natur als höchstes Ziel der Kunst, machten Künstlerinnen und Künstler des Manierismus und Barock den Trompe-l’œil zur unterhaltsamen Spielerei. Die Verweigerung von Täuschung war und ist wiederum eines der wichtigen Prinzipien moderner Kunst. Zunehmende Abstraktion bis hin zu vollkommener Loslösung von Gegenständlichkeit hatte nicht mehr den Anspruch, abzubilden. Andere Strömungen der Moderne verweigerten sich der Abbildung, indem sie Alltagsobjekte zu Kunst umdeuteten oder sich – beispielsweise über Performance – vollständig von Materialität lösten.

Die technischen Möglichkeiten zur Nachbearbeitung und Veränderung visueller Medien haben sich seit der Jahrtausendwende deutlich erweitert. Gleichzeitig ist es möglich geworden, täuschend echte virtuelle Realitäten zu schaffen. Sowohl innerhalb der bildenden Kunst als auch der Kunstvermittlung und -erforschung wird versucht, sich diese Neuerungen zunutze zu machen – mit unterschiedlichem Erfolg.

Ein weiteres zeitgenössisches Phänomen ist die Rekonstruktion verlorengegangener Denkmale. Anders als bei den teils frei erfundenen Ergänzungen des 19. Jhs., wird heute die Wiederherstellung eines vermeintlichen Originalzu-standes beabsichtigt. Obwohl die Forschungsmeinungen die Praxis des 19.Jhs. mehrheitlich kritisch sehen, wird dennoch zugunsten moderner Ergänzungen häufig mit der Wiederherstellung eines ursprünglichen Gesamtbildes argumentiert. Ob sich durch neue, historisierende Denkmale die öffentliche Wahrnehmung historischer Denkmale verschlechtert, bleibt abzuwarten.
Die von Kunstschaffenden beabsichtigten und durch Kunstwerke hervorgerufenen Empfindungen und Wirkungen sind Menschen anderer Zeiten meist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Während die Aussagekraft einiger Werke bereits nach wenigen Generationen erlischt, bleiben andere über Jahrtausende lesbar. Ob als Herrschaftsinstrument, Spielerei oder Bildungsprüfung, das ,,Bild‘‘ in all seinen Ausprägungen hat bis heute nicht an Wirkung verloren.

Das Bamberger Team freut sich auf zahlreiche Gäst:innen in Präsenz. Eine digitale oder hybride Durchführung ist nicht geplant. Die Anmeldung zum KSK ist noch bis zum 30.4.2022 möglich über die Homepage.

Instagram: https://www.instagram.com/derksk.offiziell/
Email: Mail: 101.ksk.bamberg@derksk.org


Kontakt
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Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

c/o Institut für Kunst- und Bildgeschichte
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