Kunsthistorischer Studierendenkongress

Der KSK ist der Kunsthistorische Studierendenkongress. Seit seiner Gründung im Jahr 1969 wird er vom Ulmer Verein in seinem Anliegen, die Studierenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu vernetzen und ihre Belange zu vertreten, unterstützt.

Der seit 2013 bestehende KSK-Sprecher_innenrat ist weiterhin aktiv darum bemüht, die deutschsprachigen Studierenden der Kunstgeschichte auch abseits der beiden Konferenzen zu vertreten. Unter anderem wurde eine ständige Internetpräsenz unter www.der-ksk.org eingerichtet. 

AKTUELL: CfP

97. KSK in Berlin (28. November - 1. Dezember 2019)

Der 97. KSK findet vom 28. November bis zum 1. Dezember in Berlin statt und wird von Studierenden der FU und der HU gemeinsam organisiert. Das Motto lautet Exzess. Am 1. September 2019 endet die Deadline für den Call for Papers. Informationen zum Berliner KSK und zum CfP unter http://www.kskberlin.de.

Das Wort Exzess leitet sich aus dem Lateinischen von excedere ab und bedeutet über etwas hinauszugehen. Heute bezeichnet es Grenzüberschreitungen, Ausschweifungen, Maßlosigkeiten und Extreme. Der Exzess scheint fest in unserer westlichen Lebenswelt verankert zu sein: Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, Verschmutzung der Ozeane, kapitalistisches Konsumverhalten und aktuelle politische Geschehen bilden nur eine Reihe an Beispielen. Die digitale Konsumgesellschaft produziert eine Bilderflut, die kaum zu bewältigen scheint. Die Fülle an Assoziationen in den verschiedensten Bereichen bietet Gelegenheit für einige interdisziplinäre Diskurse während des Kongresses und verdeutlicht die Wichtigkeit dieses Themas.

Exzesse sind in der Kunst über die Jahrhunderte hinweg von Bedeutung gewesen. In der mittelalterlichen Kunst, wie in der Renaissance, wurde sich mit dem Sujet von exzessivem Verhalten auseinandergesetzt, beispielsweise durch Darstellungen der Todsünden Wollust und Völlerei (Pieter Brueghel, Sieben Laster, 1557). Reliquiare, Ikonen und Altarretabeln wurden häufig mit Gold, kostbaren Pigmenten und Edelsteinen aufgewertet. Die niederländische Stilllebenmalerei zeigte durch ihre verstärkten Handelsbeziehungen Raritäten und Kostbarkeiten und entwickelte großformatige Prunkstilleben (Abraham van Beijeren, 1640–80). Während des Barocks wurden repräsentative Palastbauten mit prunkvollen Dekorationselementen geradezu überladen. In der Kolonialzeit wurden Länder ihrer Kulturgüter beraubt und Kunstwerke massenhaft und scheinbar nahezu wahllos zusammengerafft und nach Europa gebracht. Der Surrealismus entwickelte unterschiedliche Bildverfahren um sich unter anderem durch Exzesse an der Substanz der Träume, Abgründe und Tabus zu bedienen (Salvador Dalí, Étude pour „Banlieue de la ville paranoïaque-critique“, 1935 / Wolfgang Paalen, Fumage, 1937). Die Pop Art erhob schließlich die reizüberflutenden Massenmedien und Konsumgüter zur Kunst (Andy Warhol, Campbell’s Soup Cans, 1962). Im Zuge der Performancekunst, Aktionskunst und Body Art gingen Künstler*innen an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus (Marina Abramović, Lips of Thomas, 1975 / Chris Burden, Shoot, 1971). Auch zeitgenössische Arbeiten spielen mit exzessiven Produktions- und Materialkosten, die sich im Verkaufspreis niederschlagen (Maurizio Cattelan, America, 2016-2017 / Damien Hirst, For The Love of God, 2007).

In Berlin wird jener Exzess vielerorts sichtbar. Aktuell reiht sich Großprojekt an Großprojekt, Hunderttausende ziehen zu, die Mietpreise explodieren, die Stadt ist ein städtebauliches Experimentierfeld. Die vielfältige und international renommierte Museums- und Forschungslandschaft, das 2019 neu eröffnende Humboldt Forum und die boomende Kunstszene machen Berlin als Austragungsort für das Thema besonders attraktiv.

Der Kunsthistorische Studierendenkongress soll einen Raum bieten, die Thematik des Exzesses in der Kunst zu diskutieren. Alle Student*innen der Kunstgeschichte, Kunstwissenschaften und verwandter Fächer sind dazu eingeladen, Ihre Ideen, Entwürfe und Forschungsarbeiten in ca. 20-minütigen Vorträgen zu präsentieren, um sich kritisch damit auseinanderzusetzen und gemeinsam diskutieren zu können. Bewerbt euch bis zum 01.09.19 mit einem kurzen Exposé (max. eine Seite) und einem Lebenslauf per Mail an: kontakt@kskberlin.de.

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Organisationskomitee des 97. KSK
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Unter den Linden 6
10999 Berlin
kontakt@kskberlin.de
https://www.kskberlin.de 

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Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

c/o Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Humboldt-Universität zu Berlin
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