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Einmal im Monat montags, ab Jan. 2021

Lunchtalks des Ulmer Vereins

Montag, 25. Januar 2021, 13h bis 14h

Is Diss it? 10 Ideen fürs Doktorat
Franziska Lampe und Yvonne Schweizer

In den letzten Semestern des Masterstudiums mehren sich die Fragen: Will ich promovieren? Lieber direkt in die Praxis einsteigen? Oder kann ich beides vereinen? Wie lange dauert eine Promotion und was gilt es bis zum Doktortitel zu beachten? Die Workshop-Leiterinnen stellen anhand der eigenen Biografien mögliche Wege in die Promotion vor. Und diskutieren mit euch, was genau es eigentlich bedeutet, mit Kind, ohne Kind, mit Anstellung, ohne Anstellung, dafür aber mit Stipendium, im Inland, im Ausland, ... zu promovieren.

Montag, 22. Februar 2021, 13h bis 14h
Das Ende der Kunstgeschichte als Aufbruch. Zwei studentische Initiativen fordern das Fach heraus
EDK Köln und EDK Berlin im Gespräch mit Andreas Huth und Henrike Haug

Ihre Facebook-Seiten sind mit der Frage „Hat die Kunstgeschichte ein Problem?“ überschrieben – eine Frage, in der die Antwort bereits enthalten zu sein scheint. Doch statt nur einem hat das Fach eine ganze Reihe von Problemen, die nach Ansicht der beiden studentischen Initiativen angepackt werden müssten. In ihren Veranstaltungen diskutieren die Gruppen aus Berlin und Köln mit ihren Gästen intensiv und engagiert postkoloniale Herausforderungen, Genderfragen, Rassismus, Nachhaltigkeit und strukturelle Ungleichheiten.

Montag, 22. März 2021, 13h bis 14h
Politik(en) des Ausstellens. Zwischen (post-)kolonialen Paratexten und Inszenierungen des Lesens
Diane Hillebrand und Christopher A. Nixon im Gespräch mit Ann-Kathrin Hubrich und Yvonne Schweizer

In einem theoretischen wie kuratorischen Bogen zwischen ihren Ausstellungen „Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand“ und „Bad Readings“ diskutieren Christopher A. Nixon (Philosoph, Kurator für koloniale Vergangenheit und postkoloniale Gegenwart) und Diane Hillebrand (Szenografin) gegenhegemoniale Inszenierungen von Lesesituationen im Ausstellungskomplex. Sie denken mit postkolonialen Theorien und queeren Literaturwissenschaften über den kuratierten Raum nach und stellen sich im gemeinsamen Gespräch den Chancen und Schwierigkeiten, sobald sich Texte als ein Medium zwischen den leiblichen Besucher*innen-Erfahrungen und den ausgestellten Objekten begreifen lassen.

Montag, 26. April 2021, 13h bis 14h
Der zweite Blick: Überraschende Perspektiven auf vormoderne Kunst
María López-Fanjul y Díez del Corral (Kuratorin für Outreach, Bode-Museum) im Gespräch mit Henrike Haug und Andreas Huth

Dr. María López-Fanjul y Díez del Corral ist Kuratorin für Outreach an den Staat-lichen Museen Berlin (Gemäldegalerie und Bode-Museum): Ihre Aufgabe ist, wie sie sagt, „die Forschung, die im Museum stattfindet, in der Gesellschaft zu posi-tionieren“. Hierfür müsse man "Brücken schlagen: Brücken vom Museum in die Gesellschaft, aber auch Brücken zwischen den einzelnen Abteilungen innerhalb des Museums“. Diesem Anspruch folgt die erfolgreiche Ausstellung „Spielarten der Liebe“ im Bode-Museum (2019), die "einen zweiten Blick auf Sammlungs-werke, die sich mit der Vielfalt sexueller Identitäten, ihrer Wahrnehmung, Bewer-tung und künstlerischer Verarbeitung befassen“, ermöglicht. Sie bildete den Auf-takt einer Reihe, die als nächstes "Frauenbilder" (2021) thematisiert. Im Hinblick auf vormoderne Kunst ist jedoch nicht nur die Themenwahl ungewöhnlich, son-dern auch das Format: Die Ausstellungen werden in die ständige Präsentation im Museum implementiert. Darüber, wie das konkret aussieht, wie es funktioniert und welche Ideen hinter diesem innovativen Konzept stehen, wollen wir mit María López-Fanjul sprechen.

Montag, 31. Mai 2021, 13h bis 14h
Prekäre Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft und das Wissenschaftszeitvertragsgesetz
Amrei Bahr, Kristin Eichhorn und Sebastian Kubon (#95vsWissZeitVG) im Gespräch mit Franziska Lampe und Kathrin Rottmann

Arbeit in der Wissenschaft muss man sich leisten können. An der Tagesordnung sind kurze und kürzeste Kettenbefristungen, halbe Stellen bei voller Arbeit, Über-stunden ohne Ende und das alles ohne halbwegs sichere Perspektive. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, ein extra für die Hochschulen geschaffenes Sonderbefristungsrecht, verschärft diese Situation, droht den befristet angestell-ten Stelleninhaber*innen praktisch das Karriereende, sollten sie es innerhalb einer gewissen Zeitspanne nicht auf eine der raren unbefristeten Stellen schaffen. Unter dem Hashtag #95vsWissZeitVG brach im Herbst 2020 auf Twitter ein Sturm der Entrüstung über diese Umstände aus. Es soll darüber gesprochen werden, welche Probleme dieses Gesetz nicht nur für die Betroffenen schafft und warum aufgrund dieser Prekarisierung der Arbeitsbedingungen die gesamte deutsche Wissenschaft unter ihren Möglichkeiten bleibt.

Montag, 28. Juni 2021, 13h bis 14h
Kunstraub und Kulturerbe. Das translocations-Projekt an der TU Berlin
Isabelle Dolezalek, Luca Frepoli, Merten Lagatz, Simon Lindner, Robert Skwirblies und Philippa Sissis im Gespräch mit Henrike Haug und Andreas Huth

Wem gehören Kulturgüter? Unter welchen Umständen gelten sie als rechtmäßig erworben? Was bedeutet das für unsere Museen? Über mehrere Jahre haben die Herausgeber:innen der gerade erschienenen Beute-Bände (siehe unten) im Rahmen des Forschungsclusters translocations (TU Berlin) Bilder und Texte über das Nehmen, Aneignen und Zurückgeben von Kulturgütern zusammengetragen – aus über 2000 Jahren Menschheitsgeschichte. In Zusammenarbeit mit internationalen Forschenden und mit Studierenden sind ein Bildatlas und eine Anthologie entstanden, die sich den Themen Kunstraub und Kulturerbe aus den unterschiedlichsten Perspektiven annähern. Im Lunch-Talk geben die Herausgeber:innen einen Einblick in das Konzept der Beute-Bände und die Arbeit des translocations-Projekts.

Montag, 26. Juli 2021, 13h bis 14h
Kunsthistorikerinnen 1910–1980. Theorien, Methoden, Kritiken
K. Lee Chichester und Brigitte Soelch im Gespräch mit Franziska Lampe und Yvonne Schweizer

„Altmeister“ und „Klassiker“ der Kunstgeschichte sind fester Bestandteil des universitären Studiums und fachgeschichtlicher Verortungen der Disziplin. Der Beitrag früher Kunsthistorikerinnen zu deren Entwicklung ist hingegen bis heute weitgehend unsichtbar. Der im Frühjahr 2021 im Reimer-Verlag erscheinende Band Kunsthistorikerinnen 1910–1980. Theorien, Methoden, Kritiken geht von einem breiten Kunstverständnis aus und fragt: Welche (neuen) Sichtweisen, Methoden und Fragestellungen haben die ersten Kunsthistorikerinnen entwickelt, die seit dem späten 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum zum Studium zugelassen wurden? Welche Wirkungsfelder haben sie sich erschlossen, bevor der Nationalsozialismus vielen von ihnen eine Zäsur setzte, die nach 1945 nur langsam überwunden werden konnte? Der Band stellt 24 Texte in Auszügen vor, die zwischen 1910 und 1980 entstanden sind und von Expertinnen kommentiert werden. Das Buch lädt somit exemplarisch zur erneuten Entdeckung der Vielfalt der Disziplin ein.

Montag, 27. September 2021, 13h bis 14h
Stella Kramrisch. Kunsthistorikerin zwischen Europa und Indien. Ein Beitrag zur Depatriarchalisierung der Kunstgeschichte
Jo Ziebritzki im Gespräch mit K. Lee Chichester und Henrike Haug

„Warum gab es keine bedeutenden Kunsthistorikerinnen?“ Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit dieser zentralen Frage des Buches, werde ich das Werk und internationale Wirken von Stella Kramrisch vorstellen. Kramrisch, die 1919 bei Josef Strzygowski in Wien promoviert wurde, prägte mit ihren Veröffentlichungen und Ausstellungen während der folgenden zwei Jahrzehnte die Wahrnehmung indischer Kunst in Europa. Ein gutes Beispiel dafür ist die im Jahr 1940 am Warburg Institute eröffnete „Photographic Exhibition of Indian Art“, die durch geschickte Kulturvermittlung und hervorragende Fotografien enorm viele Besucher:innen anzog. Anhand dieses und weiterer Beispiele möchte ich aufzeigen, wie die Erforschung der Werke von Kunsthistorikerinnen einerseits historiographische Lücken füllt, und andererseits transhistorisch theoretisch und methodisch anregend ist.

Montag, 25. Oktober 2021, 13h bis 14h
Borders. Die Apéro Talks der AG Migration
Alma-Elisa Kittner, Kerstin Meincke, Miriam Oesterreich im Gespräch mit Franziska Lampe und Yvonne Schweizer

Seit April 2021 veranstaltet die AG Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration Apéro-Talks mit Künstler:innen, Kurator:innen und Wissenschaftler:innen. Im Zentrum steht die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzregionen der Gegenwart. In dem Talk zu den Talks stellen die aktuellen Sprecherinnen der AG das Format vor.

Montag, 22. November 2021, 13 bis 14 Uhr
Fünfzig Jahre Kunsthistorischer Studierendenkongress (KSK)
Organisationsteam des 100. Kunsthistorischen Studierendenkongress (KSK) im Gespräch mit Ann-Kathrin Hubrich und Franziska Lampe
 
Vom 17. bis zum 20. Februar 2022 findet der Kunsthistorische Studierendenkongress zum 100. Mal statt. Aus diesem Anlass sprechen Mitglieder des Organisationsteams über die fünfzigjährige Geschichte dieses studentischen Kongresses und ergründen das Potential des Themas, unter dem der Jubiläumskongress in München ausgerichtet wird: ver | wandlung | en – des KSK, des künstlerischen Sujets, der Methoden, Strukturen und Institutionen der Kunstgeschichte und ihrer angrenzenden Disziplinen. Als Organisationsteam des 100. KSK erachten wir es als substantiell, einen aktiven Austausch über solche Verwandlungen (in) der Kunstgeschichte im Rahmen unseres studentischen Kongresses zu fördern.

Montag, 28. Februar 2022, 13h bis 14h
„Daß die konspirative Stimmung Wunder vollbringen kann, hat der Ulmer Kongress gezeigt“. Der Ulmer Verein im Deutschen Kunstarchiv Nürnberg
Susanna Brogi, Kathrin Fischeidl und Agnes Harder im Gespräch mit Andreas Huth und Ann-Kathrin Hubrich

Die Hintergründe und die Entwicklung dieses „Wunders“ lassen sich noch mehr als fünfzig Jahre später im Deutschen Kunstarchiv in Nürnberg entdecken, wo die Unterlagen des UV heute aufbewahrt werden. Neben einer breitgefächerten Überlieferung zeigen sich hier Wechselwirkungen mit anderen Beständen wie dem Verband Deutscher Kunsthistoriker oder den privaten Nachlässen ehemaliger Mitglieder. Dabei dient die Aufbewahrung sowohl als Langzeitarchiv für den Verein selbst als auch als wichtige Quelle für die Forschung.

Montag, 21. März 2022, 13h bis 14h
Postwar Futures
AG Postwar Futures im Gespräch mit Andreas Huth und Yvonne Schweizer

Die neugegründete Arbeitsgruppe "Postwar Futures" hat zum Ziel, ausgehend von der Betrachtung der 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges den vergangenen und zukünftigen Status "Europas" zu erforschen. Im Zentrum stehen dabei Themen, die den Anschluss an aktuelle Fragen unserer Disziplin mit dem Ziel einer unhierarchischen  Kunstgeschichte möglich machen sollen: Wiederaufbau bzw. Neubau von Siedlungsräumen, Konzepte von Einrichtung und Alltagsdesign der Wohnräume und Arbeitsplätze, Erinnerungskultur, Dekolonisierung und Neo-Kolonisierung, Popularisierung von Kunst durch Ausstellungen und Massenmedien, Formen der gemeinschaftlichen Kunstpraxis, Identitätsdiskussionen. Im Lunchtalk wollen wir Schwerpunkte unserer Arbeit vorstellen, mit den Teilnehmenden am Lunchtalk diskutieren und dabei gerne weitere Mitglieder für die Zusammenarbeit gewinnen.

Montag, 25. April 2022, 13h bis 14h
Kritische Kunstgeschichte leben
Irene Below im Gespräch mit Henrike Haug und Franziska Lampe

Kritische Kunstgeschichte wird von Menschen gemacht. Seit den 1960er-Jahren erweitern Akteur:innen mit ihren Fragen und Forschungen die kunsthistorischen Methoden und Aufgabenfelder. Irene Below hat sich damals wie heute für die Sichtbarkeit einer feministischen Kunstwissenschaft stark gemacht. Dazu zählen Themen der Exilforschung und Fragen nach den Hierarchien, dem Kanon und den Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Faches. Im Gespräch sollen Etappen dieses Umbruchs zu einer kritischen, feministischen Kunstgeschichte anhand von Irene Belows Wirkungsstätten rekapituliert werden, die zugleich zentrale Orte intensiver fachhistorischer Debatten waren: Florenz, Berlin, Köln, Konstanz, Marburg. 

Montag, 20. Juni 2022, 13h bis 14h
Jamie Dau und Ute Haug im Gespräch mit Ann-Kathrin Hubrich und Andreas Huth

Provenienzforschung ist wichtiger Bestandteil der Arbeit mit Objekten und trägt Anteil an der Definition dessen, was als Kultur und Kulturgut angesehen wird. Nach der Definition des AK Provenienzforschung „stehen insbesondere NS-verfolgungsbedingt entzogenes, in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR enteignetes oder aus kolonialen Kontexten stammendes Kulturgut im Fokus.“ An der Schnittstelle unterschiedlicher Disziplinen findet Provenienzforschung an Museen und weiteren Kulturgut haltenden Einrichtungen wie Bibliotheken und Archiven, Universitäten, Kulturzentren sowie dem Kunstmarkt statt, sie nimmt zugleich in akademischen wie nicht-akademischen gesellschaftlichen Diskursen eine bedeutende Rolle ein. Angesichts oft prekärer Arbeitsbedingungen stehen sich jedoch Theorie und Praxis vielfach gegenüber. Gemeinsam mit Ute Haug und Jamie Dau diskutieren wir über die Aufgaben, Herausforderungen und politischen Implikationen der Provenienzforschung.

Montag, 18. Juli 2022, 13h bis 14h
Die UV-AG Materialität(en) im Gespräch mit Ann-Kathrin Hubrich und Franziska Lampe

Die AG Materialität(en): Rezeptionen – Transformationen – Manifestationen begreift sich als Plattform zur kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Materialitätsforschung. Sie fragt nach der Rezeption von Material und Materialitäten in den Kunstwissenschaften, restauratorischen, molekularbiologischen und dokumentarischen sowie künstlerischen Perspektiven u.a.m. Sie nimmt hierbei auch den Wandel der Rezeption und der theoretischen Diskurse in Verbindung zu den Transformationen dynamischer Materialien und zu organisch/physisch stattfindenden Prozessen in den Blick. Die AG möchte als ausdrücklich pluridisziplinär angelegtes Forum Kolleg:innen aus unterschiedlichen Berufs- und Wissenschaftsfeldern zusammenführen. 

Montag, 17. Oktober 2022, 13h bis 14h
Das künstlerische Symposium Dis/Assembly of Performative Things (26.-27.10.2022) im Kunstraum VIKA in Halle (Saale)
Leoni Fischer im Gespräch mit Henrike Haug, Andreas Huth und Franziska Lampe

Seit einigen Jahren entdecken Designer*innen Performance als eigen- und widerständige gestalterische Praxis. Durch ihre Arbeit mit und durch den Körper lassen sie die Performativität von Design zu Tage treten und zeigen auf, wie diskriminierende (Geschlechter-)Normen und ausbeuterische Strukturen durch die Gestaltung von Dingen (re)produziert werden. Performance wird so zum Ausgangspunkt einer kritischen Befragung des Designs unter feministischen Gesichtspunkten. Das Symposium Dis/Assembly bietet Designer*innen eine Bühne und fragt nach transdisziplinären Verbindungslinien zwischen Performancekunst und performativen Designpraktiken. 

Montag, 28. November 2022, 13 bis 14 h
kritische berichte-Debatte 2022: „Undisziplinierte Institutionen”
Bora Aksen, Ina Mertens, Christopher Nixon und Marina Otero Verzier im Gespräch mit Henry Kaap, Franziska Lampe und Yvonne Schweizer 

Gemeinsam mit den Autor:innen des Debattenthemas 2022 diskutieren wir dessen Anlass und Umsetzung. Unter dem Titel „Undisziplinierte Institutionen. Kanonfragen, Sichtbarkeiten, Akteur:innen“ kommen vier wichtige Positionen zusammen, die zu einer notwendigen Diskussion um das Rethinking der Institutionen beitragen. Viele Kunst- und Kulturinstitutionen stellen sich gerade einem Transformationsprozess und unterziehen ihre Sammlungen, Ausstellungskonzepte und Artefakte einer kritischen Revision. Im Fokus stehen: Museum, Archiv, Lehre und Datenproduktion.

Montag, 12. Dezember 2022, 13 bis 14 h
Sind Museen überhaupt noch attraktive Arbeitsorte?
Anika Reineke und Clemens Wildt (ICOM Young Professionals) im Gespräch mit Ann-Kathrin Hubrich und Christopher Nixon 

Zu den Kernaufgaben von Museen kamen in den letzten Jahren drängende Fragen nach ihrer Relevanz in einer sich wandelnden Welt hinzu: Dekolonialisierung, Digitale Transformation, Diversität, Nachhaltigkeit und Nicht-Besucher:innen sind nur einige Herausforderungen, mit denen sich Museen heute befassen. Darüber hinaus beinhaltet kuratorisches Arbeiten große Anteile von Verwaltung und Organisation: ohne Grundkenntnisse in Projektmanagement, Vergabe und Personalführung lässt sich kaum noch eine Ausstellung realisieren. Ob kommunaler Betrieb, gGmbH oder Stiftung des öffentlichen Rechts, ins Museumswesen halten (betriebs-)wirtschaftliche Konzepte wie Organisationsentwicklung, eigenverantwortliches Arbeiten und Agilität seit einiger Zeit vermehrt Einzug. Viele Museen haben erkannt, dass ihr Erfolg nicht allein von der kuratorischen Arbeit abhängt. Museolog:innen, Informationstechniker*innen und Vermittler*innen sind aus den Museumsteams nicht mehr wegzudenken.

Was bedeutet dieser Wandel für die Mitarbeitenden und die Strukturen von Museen? Welche Rolle spielen die Inhalte geisteswissenschaftlicher Studiengänge noch in der Museumsarbeit? Und wie verändert sich dadurch das Volontariat? Im Dezember-Lunchtalk sprechen dazu Anika Reineke und Clemens Wildt mit Ann-Kathrin Hubrich und Christopher Nixon.

Montag, 13. Februar 2023, 13 bis 14 h
Lehrformate erneuern! colophon. Magazin für Kunst und Wissenschaft
Team colophon (Magdalena Becker, Daniela Stöppel und Niklas Wolf) im Gespräch mit Henry Kaap und Franziska Lampe

“colophon. Magazin für Kunst und Wissenschaft” wurde 2021 von Magdalena Becker, Daniela Stöppel und Niklas Wolf als Kooperation zwischen dem Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität und der Akademie der Bildenden Künste München gegründet. Das Printmagazin “colophon” erscheint halbjährlich im Verlag Hammann von Mier, bisher zu den Themen „Display“, „Atlas“ und „Journalbild“. Die kommende Ausgabe widmet sich dem Thema “Palimpsest”. Ausführlicher hier: https://colophon-magazin.de

Im Februar-Lunchtalk diskutieren wir die Zeitschrift vor dem Hintergrund innovativer Lehrformate, welche Möglichkeiten das Projekt für studentische Partizipation bietet, welches Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen den Institutionen Uni und Akademie steckt und welchen Aufgaben sich solche Kooperationen in Zukunft stellen müssen.  

Montag, 27. März 2023, 13 bis 14 h
Arbeitskreis Erste Generation Kunstgeschichte, Köln (Andrea Burkhard, Ida Colangelo, Undine Dömling und Gizem Gürbüz) und ArbeiterKind.de (Lisa Maria Dziobaka) im Gespräch mit Judith Utz und Henrike Haug

Wie offen ist die Kunstgeschichte – und wie einfach ist es für Menschen aus Nichtakademiker:innen-Haushalten, ein kunstwissenschaftliches Studium erfolgreich zu absolvieren, sich zu professionalisieren und erkennbar die Diskurse und den Kanon des Faches mitzugestalten? Der Ulmer Verein wird diesen Fragen im Gespräch mit ArbeiterKind.de und dem Arbeitskreis Erste Generation Kunstgeschichte nachgehen; uns interessiert dabei, welche Perspektiven und welches Wissen dem Fach in der Forschung und in der Vermittlung verloren gehen, wenn weiterhin bestehende strukturelle Hürden die Teilhabe und den Aufstieg von 'bildungsfernen' Menschen an und in den Museen und Universitäten erschweren. Der Disziplin Kunstgeschichte sollte in der Sichtbarmachung der Diskriminierungskategorie Klassismus eine aktivere Rolle als bislang zukommen, da sie über Sonderausstellungen, Sammlungsordnungen, Denkmaldiskurse uvm. die gemeinsame (Erinnerungs-)Kulturen prägt und dabei zu vielen Fragen wie etwa der Bildungs- und Gendergerechtigkeit Stellung beziehen kann.

Montag, 24. April 2023, 13 bis 14 h
Looking after, Looking for. Queer-of-Color-Fotografie in postkolonialen Bildregimen
Gespräch zwischen Katrin Köppert (Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig) und Christopher A. Nixon

Das Medium Fotografie hat in seiner Geschichte sowohl zur Stigmatisierung und Stereotypisierung Schwarzer Körper als auch zu ihrer widerständigen Sichtbarkeit beigetragen. Fotoarbeiten von Zanele Muholi und Paul Mpagi Sepuya brechen beispielsweise mit cis- und heteronormativen Darstellungen und hinterfragen die Bildtraditionen wollüstig, die die Fotogeschichte prägen. Die zeitgenössische Queer-of-Color-Fotografie und ihre postkolonialen Bildregime sollen deshalb in dem gemeinsamen Gespräch zwischen Katrin Köppert und Christopher Nixon, in Form eines Foto-Rundgangs, zum Paradigma werden, an dem die Dekolonisierung des Sehens eingeübt wird.

Montag, 3. Juli 2023, 13 bis 14 h
Queerness in den Kunstwissenschaften
Henry Kaap im Gespräch mit Autor:innen der Debattenbeiträge (Susanne Huber, Frida Nastold und Barbara Paul) in den kritischen berichten 2023

Mit dem Debattenthema 2023 "Queerness in den Kunstwissenschaften" reagieren die kritischen berichte auf vielfältige Impulse aus Gesellschaft und engagierter Kunstwissenschaft. Wie der erste Debattenbeitrag von Daniel Berndt und Susanne Huber aufzeigt, profitiert unsere Disziplin von den methodologischen Herausforderungen, die die Queer Studies aufwerfen. Die allein im Jahr 2022 verübten Gewalttaten und Morde an LGBTQIA+-Personen belegen gleichermaßen, dass queere Forderungen zivilgesellschaftliche Anliegen sind, die uns zwingen, die gesellschaftliche Verantwortung unseres Fachs zu hinterfragen und neu zu definieren. "Queerness als Gefühl der Verbundenheit, Solidarität und soziales Potential sollte dabei zum Ausgangspunkt einer (Zusammen-)Arbeit genutzt werden, um eine normativitäts- und diskriminierungskritische sowie antirassistische und dekolonisierende Haltung zur Grundlage in Forschung und Lehre zu machen." (Huber/Berndt 2023, kb 1.23, S. 76)

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