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86. KSK 05/2014 in München

zum Thema "Da schau her! Präsentation als Form und Inhalt"

Da schau her! Präsentation als Form und Inhalt

Der 86. KSK, der nach 14 Jahren wieder in München stattfinden wird, möchte sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Kunstwerk und dessen Inszenierung befassen. Neben dem musealen oder ortsspezifischen Kontext, sollen ebenso im Kunstwerk immanente wie externe Präsentationsformen näher betrachtet werden. Wir möchten mit unserem KSK die Diversität der Präsentation von Kunst gattungs- und epochenübergreifend thematisieren.

Hinsichtlich unserer inhaltlichen und akademischen Auseinandersetzung stellen wir gewohnte „Präsentationsformen“ zur Diskussion und möchten zu unkonventionellen Herangehensweisen ermutigen. Unseren Kongress stellen wir uns als eine plura­listische Plattform aller Studierenden vor, die an kunsthistorischen Fragestellungen interessiert sind. Neben dem wissenschaftlichen Austausch möchten wir vor allem subversiven und experimentellen Denkansätzen Raum bieten.

Die Stadt München bietet als Schauplatz des 86. KSK mit ihrer umfangreichen Kultur­landschaft viele Anknüpfungspunkte für unser Programm und gleichsam einen ange­messenen Rahmen, innerhalb dessen unser Kongress stattfinden kann.

Der 86. Kunsthistorische Studierendenkongress wird veranstaltet vom Institut für Kunstgeschichte LMU in Kooperation mit dem Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

PROGRAMM DES 86. KSK – ÜBERSICHT

DONNERSTAG, 15.5.2014

15.00: Offenes „Get together“ auf der Terrasse hinter dem Haus der Kunst

16.00: Führungen im Haus der Kunst: Archiv Galerie und Bilder in der Zeit (Sammlung Goetz im Haus der Kunst)

ab 17.00 Uhr: Anmeldung am Infotisch im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, 2. OG

18.00: Offizielle Eröffnung im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Großer Vortragssal im 2. OG

  • Grußwort: Herr Prof. Dr. Wolf Tegethoff (Direktor des ZIs) und Frau Prof. Dr. Burcu Dogramaci (Leiterin des Instituts für Kunstgeschichte, LMU)
  • Begrüßung: Ulmer Verein und Team KSK München
  • Festvortrag: Herr Prof. Dr. Felix Thürlemann (Universität Konstanz): Meta-Präsentation. Überlegungen zu den Galeriebildern von David Teniers d. J.

FREITAG, 16.5.2014

9.00–10.00 Wer präsentiert was? Hermeneutik des Ausstellens

  • Andrea Völker: Jahrhundertausstellung Nationalgalerie Berlin 1906 – Ausstellungspraxis und Ausstellungsgestaltung Peter Behrens‘
  • Tim Pickartz: Was ist dargestellt? Mimetisches Kuratieren im leeren Ausstellungsraum

10.00–10.30 Pause

10.30–11.30 Material und Kontext der Präsentation

  • Michelle Jelting: Bei Lichte betrachtet – James Turrells Darstellung des Lichts in unterschiedlichen Ausstellungskontexten
  • Friederike Oberkrome: Präsentation als Aufführung – Fred Sandbacks Skulpturen als Inszenierungsstrategie [muss leider entfallen - wir wünschen Dir gute Besserung, Friederike!]

11.30-12.00 Pause

12.00-12.30 Schauprozesse: Kunst und Natur I

  • Angelina Henning: Die “Historia Naturalis” als Zeugnis künstlerischer Visualisierungsstrategien im Mittelpunkt der herrschaftlichen Präsentation Landgraf Karls von Hessen-Kassel

14.00–16.00: HoPo-Workshop und Ortstermine an verschiedenen Orten (Anmeldung am Donnerstagabend und Freitagvormittag via Liste)

ab 16.00: Plenum/Vollversammlung im Provisorium

im Anschluss an das Plenum: Ausklang des ersten Tages mit Speis und Trank für alle TeilnehmerInnen und FreundInnen des KSK im Provisorium (Stargast: Kartoffelsalat)

SAMSTAG, 17.5.2014

9.00–10.30 Wer wird zur Schau gestellt? Kunst, Künstler, Kurator

  • Franz Hefele: “Face an audience” (Vito Acconci) – Performance als Ausstellung/Zurschaustellung des Künstlers
  • Hannah Rocchi: Der Choreograph als Kurator: Neue Formate von Tanzausstellungen
  • Irma Petraityte-Luksiene: Präsentationsstrategien am Beispiel der Akademie der Bildenden Künste München

10.30–11.00 Pause

11.00–12.30 Sich selbst zur Schau stellen: Repräsentation der Gesellschaft

  • Alexandra Rothenberger: Porzellan und Größenwahn? Das Reiterdenkmal für König August III.
  • Dortje Fink: Der angerichtete Teller als Bild      
  • Ronja Primke: Das Schaufenster – Eine Liaison zwischen Kunst und Kommerz

12.30–14.00 Pause

14.00–15.30 Präsentation der Krise: Konflikte und Identitäten I

  • Ilka Mestemacher: Die Ereignisse im August des Jahres 1577 in Antwerpen. Eine Verschwörung, präsentiert von Maarten de Vos
  • Theresa Heßling: Emotion versus Reflektion: Inszenierung eines Geschichtsbildes in „LEIPZIG 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht“ von Yadegar Asisi
  • Asta Dumbrauskaite: Grūto Parkas in Litauen: Die Verlegung der sowjetischen Denkmäler

15.30–16.00 Pause

16.00–17.00 Krise der Präsentation? Konflikte und Identitäten II

  • Lea Horvat: Wohnen in der jugoslawischen Ausgabe von „Elle“ (1969–71)
  • Nina Kathalin Bergeest: Formale Präsentation als Inhalt. Zum Zusammenspiel von Fotografie & Text in Taryn Simons “A Living Man Declared Dead and Other Chapters I – XVIII”

ab 19.00: Samstagabend-Sause im Innenhof des Institut für Kunstgeschichte und Fußballübertragung des DFB-Pokalfinale im Seminarraum (Stargast: Leberkassemmeln)

SONNTAG, 18.5.2014

10.00–11.00 Von der Religionskunst zur Kunstreligion

  • Sandra Braun: Authentizität und Simulation als Formierungen von (Re-) Präsentation und Konstruktionen memorialer Leistung [muss leider entfallen - wir wünschen Dir gute Besserung, Sandra!]

  • Luise Scheidt: Ein Haus der Künste – Schinkels Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, Berlin

11.00–11.30 Schauprozesse: Kunst und Natur II

  • Dvorakk, Elisaveta: Hiroshi Sugimotos „Seascapes“. Endlose Serialität als organische materiale Intervention in die Landschaft

11.30–12.00 Pause

12.00–13.30 Präsentationsperspektiven

  • Miriam Minak: Mobiler Moment versus starre Präsentation: Das flexible Ausstellungsdisplay am Beispiel von Rirkrit Tiravanija
  • Oliver Klaassen: „Ausstellung als ‘Queering Space’“ – Überlegungen zu Potentialen, Bedingungen und Perspektiven ‘queer–feministischer’ Repräsentationskritik für die Ausstellungspraxis
  • Samuel Wagen-Magnon: Kunstgeschichte als Leitzweig. Manifeste für eine neue Generation der Kunstgeschichte [muss leider entfallen!]

13.30–14.00 Schlussdiskussion und Übergabe an das Organisationsteam des 87. KSK in Heidelberg

(Stand: 14.5.2014, Änderungen vorbehalten)

DA SCHAU HER! PRÄSENTATION ALS FORM UND INHALT

Call for Papers für den 86. Kunsthistorischen Studierendenkongress 15.-18. Mai 2014 in München

Kunst stellt zur Schau und wird zur Schau gestellt, präsentiert und wird präsentiert - Kunstwerke weisen repräsentierend über sich hinaus und stehen gleichzeitig in Sinnzusammenhängen, die sich im Laufe ihrer Ge- schichte radikal wandeln können.

Strategien der Darstellung lassen sich sowohl anhand des spezifischen Präsentationsortes eines Objekts (Museum, Galerie, Privatsammlung oder Auktionshaus) als auch anhand der werkimmanenten Bildsignale beleuchten: von Aspekten des Ausstellens und Kuratierens über die Frage, wie die geplante Präsentation eines Werkes dessen Gestaltung beeinflusst haben kann, bis hin zu Verweissystemen innerhalb einer bildlichen Darstel- lung. Durch welche ästhetischen Reize kann ein Kunstwerk die Aufmerk- samkeit eines Betrachters auf sich ziehen?

Die Präsentation von Kunstwerken tangiert nicht lediglich kunsthis- torische Überlegungen, sondern legt überdies (aktuelle) gesellschaftliche und politische Attitüden offen. Dabei indiziert der Ausstellungsmodus (beispielsweise Kontextualisierung/Dekontextualisierung von Objekten) die Relation sowohl zu unserer Kultur als auch zum „Anderen“ beziehungs- weise „Fremden“. Kunstpräsentation wird so zum Politikum.

Das Thema der Präsentation als Inhalt und Form steht dabei in engem Zusammenhang mit einer Analyse der Funktion und Bedeutung eines Werkes in veränderten Kontexten.
Auch die Prinzipien des Zeigens und Darstellens von Kunst haben sich mit der Zeit stark gewandelt – oder etwa nicht?

Der Frage, wie durch verschiedene Präsentationsformen der eigene Blick auf Objekte verändert wird, soll ebenfalls nachgegangen werden.
Können Kunstwerke als „Aufmerksamkeitserreger“ selbst aktiv sein und wie werden unterschiedliche Präsentationsstrategien zu Demonstrations- zwecken oder Machtrepräsentation genutzt? Welche Rolle spielt dabei die Architektur und welche Auswirkung hat die unmittelbare Umgebung eines Werkes auf dessen Inszenierung? Wie ist das Verhältnis von ursprünglicher Intention und späterer Präsentation eines Objekts im Museum oder käufli- cher Kunstrepliken im Museumsshop?

Historische Sammlungen sollen dabei ebenso behandelt werden wie ak- tuelle Debatten über internationale Ausstellungen und die neuen Darstel- lungsmöglichkeiten der Digitalisierung.
Nicht zuletzt wird auch die Präsentation des eigenen Fachs reflektiert werden: Wie möchten wir in Zukunft unsere Lehre und das Studium der Kunstgeschichte (re-)präsentieren?

Diesen Fragen und Mechanismen wollen wir beim 86. KSK in München un- ter dem Motto „Da schau her! Präsentation als Form und Inhalt“ nachge- hen. Der KSK bietet Studierenden und DoktorandInnen eine Plattform, ihre Forschungen und Positionen vorzustellen und neue Netzwerke zu knüpfen. Die Teilnahme jüngerer Semester ist ausdrücklich erwünscht! Unser Motto ist bewusst offen formuliert, um zur Auseinandersetzung mit Beispielen al- ler Epochen und Gattungen anzuregen. Wir freuen uns auf eure Tagungs- vorträge, Ideen zu Workshops oder ganz neuen, kreativen Formaten. 

Mögliche Themenbereiche

zur Anregung:

• Historische Ordnungssysteme und Sammlungen

• Aktuelle Ausstellungen und kuratorische Konzepte

• Rekonstruktion ursprünglicher Aufstellungsorte und ephemere Ausstellungsräume

• Werbung, Konsum und Warenpräsentation

• Performative Aspekte: Spektakel, Inszenierung, Festdekorationen

• Selbstdarstellung, Herrscherpräsentation, Identitätsverhandlungen

• Zeigen von Objekten in liturgischen Zusammenhängen

Bewerbung

Ihr wollt etwas zum 86. KSK beitragen?

Dann schickt uns bis zum
28. Februar 2014 ein Exposé
(max. eine Seite, pdf-Format)
und ein paar kurze Informationen zu eurer Person an team@kskmuc.de. Die ReferentInnen werden bis zum 15. März ausgewählt und kontaktiert.

Ihr findet uns auch auf www.facebook.com/kskmuc und unter
www.kskmuc.de 

Kontakt
Postanschrift

Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

c/o Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 
10099 Berlin