Zurück

83. KSK 11/2012 in Wien

zum Thema "Fleisch. Material, Objekt, Denkfigur"

http://www.univie.ac.at/kskwien/

83. Kunsthistorischer Studierendenkongress
"Fleisch. Material, Objekt, Denkfigur" in Wien

Programm (29.11. - 02.12.2012)

Donnerstag 29. November
  Abendempfang @ Künstlerhaus Wien (Karlsplatz 5, 1010 Wien)
18:00 Uhr Einlass
19:00 Uhr Begrüßung Barbara Praher & Petra Schönfelder
EinleitungSimon Vagts

Freitag 30. November
09:00 Uhr Check-In & Frühstück @ Aula
10:15 Uhr Kick-Off durch das Orga-Team
Informationen zum Tagungsablauf und Rahmenprogramm
10:30 Uhr Gero Heschl, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
„Ohne Blut logisch kein Sinn“ - Fleisch als Ereignis der Sichtbarwerdung: Maurice Merleau-Pontys Bildtheorie und die Bildhauerei
11:15 Uhr

Allison Goudie, University of Oxford
Porträt als Wunde: Die Wachsbüste im Schatten der Guillotine
12:00 Uhr Pause @ Aula
12:30 Uhr


Friederike Voßkamp, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Fleischsi(ü)chtig. Rembrandt Harmensz. van Rijns Der geschlachtete Ochse und die neue Faszination an Schlachttierdarstellungen um 1900
13:15 Uhr Leonie Runte, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Das Fleisch im Akt. Die Faszination einer fleischlichen Darstellung des Körpers am Beispiel von Lovis Corinth und Francis Bacon
14:00 Uhr Mittagspause @ Mensa
15:00 Uhr Gruppenphase mit Exkursionen
Treffpunkt für alle Gruppen @ Aula

Der Universitätscampus als Ort der Wissenschaft und Medizin mit Schwerpunkt auf dem sog. Narrenturm und der pathologisch-anatomischen Sammlung
Rundgang mit Barbara Praher @ Unicampus – Altes AKH

„Ein offenes Haus, ein jüdischer Kraftplatz“: Einblicke in die Geschichte des Judentums. Ein Rundgang mit Hannah Landsmann
Besuch im Jüdischen Museum Wien mit Nina Harm @ I. Dorotheergasse 11

Wiener Aktionismus: Die Arbeit am Fleisch als Realitätsbezug. Ein Gespräch mit der Kuratorin Eva Badura-Triska
Besuch im mumok mit Felicia Hayden @ Museumsquartier, VII. Museumsplatz 1

Das Haus Wittgenstein. Wie Wittgenstein die Dinge sieht und was er von ihnen verlangt
Besuch im Bulgarischen Kulturinstitut mit Matthias Moroder @ III. Parkgasse 18

Vergänglichkeit des Fleisches. Kaiserliche Prunksarkophage des Barock bei den Kapuzinern in Wien
Besuch der Kapuzinergruft mit Mateusz Mayer @ I. Tegethoffstraße 2

„[Zur] Bewusstseinsbildung für den gedanklichen Überbau seines Werkes“. Einblicke in die Nitsch-Foundation
Organisation: Michaela Hetzel & Petra Schönfelder
Besuch der Nitsch-Foundation mit Laura Ritter @ I. Hegelgasse 5

Hartes Pflaster. Vergangenheitsbewältigung im Land des „ersten Opfers“
Begehungen gemeinsam mit Minna Antova, Maria Langthaller, Herbert Posch, Iris Andraschek, Hubert Lobnig und Georg Traska
Denkmal für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien & DENK-MAL Marpe Lanefesch (ehem. jüdisches Bethaus) sowie Denkmalpark Erinnerungsort Turnertempel
Rundgang mit Petra Schönfelder @ Unicampus & XV. Turnergasse/Dingelstedtg.

Die Wiener Ringstraße und der Erste Bezirk - ein Spaziergang
Rundgang mit Lena Ortner & Bernhard Zemla @ Universität–Rathaus–Parlament– Naturhistorisches/Kunsthistorisches Museum–Hofburg–Looshaus–Josefsplatz– Augustinerkirche (Canova Grabmal)–Stephansplatz (St. Stephan)–Ruprechtskirche–Urania–Otto Wagner Postsparkasse; Ausklang im Prückel oder Jean-Nouvel-Tower

Samstag 01. Dezember
9:00 Uhr

Check-In & Frühstück @ Aula
10.00 Uhr Mirko Zschaubitz, Humboldt-Universität zu Berlin
Die Narrativität des Fleisches - Eine Annäherung an die Erzählstruktur der Körperflüssigkeiten in Anthony Vitis Malerei der 1990er Jahre
10:45 Uhr Stefanie Schrank, Universität zu Köln
Plastik und Zerfall. Der Körper als Ort des Grauens bei Cindy Sherman
11:30 Uhr Pause @ Aula
12.00 Uhr Charlotte Klink, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Fleisch, Fetisch und Kontrolle. Der masochistische Körper in der Kunst
12:45 Uhr Maria Inés Plaza-Lazo, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Geisteskrankheit und Persönlichekeit im Zeichen des Blutes. Die Problematik imaginärer und realer Gewaltbilder am Beispiel von Tobias Yves Zintels Mental Radio (2012) und Kader Attias The Repair (2012)
13:30 Uhr
Mittagspause @ Mensa
14:30 Uhr Gruppenphase mit Workshops und Open Space

Männer. Macht. Fleisch.
Workshop zur Werbekampagne des "Food-Lifestyle" BEEF!
Sabrina Kotzian, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Pandisziplinäre Nabelschau in Berlin. Workshop zum 85. KSK
Melanie Geuter & Sonja Seidel (Freie Universität Berlin), Franziska Klemstein (Technische Universität Berlin) & Dominic Riemeinschneider (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Im Magen ist alles möglich.
Ein Gespräch mit der Künstlerin/offener Dialog ausgehend von Fleisch als beliebig wandelbarer Masse oder Figur im Rahmen der Absudität
Vera Sebert (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) im Gespräch zur Ausstellung während der Tagung @ Aula

OPEN SPACE
Themenfindung während der Tagung
16:00 Uhr

Pause @ Aula
16:30 Uhr

Generalversammlung des KSK & Hochschulplenum
21:00 Uhr KSK-Festl @ Cafe Benno (Alser Straße 67, 1080 Wien)
feat. Speckjausn (Graz): Dynamisches Akkustik-Duo
feat. DJ Johann Brandes (Göttingen): Fleisch in Bewegung

Sonntag 2. Dezember
10:00 Uhr Check-In & Frühstück @ Aula
11:00 Uhr Dominic Riemenschneider, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Ästhetik der Transsubstantiation. Darstellungswandel des eucharistischen Fleisches im 15. Jahrhundert
11:45 Uhr Sandra Kaden, Technische Universität Dresden
Fleischwerdung Christi. Theologische Gedanken im Kontext ungewöhnlicher Christusdarstellungen in der Bildenden Kunst des 16. Jahrhunderts in Deutschland und den Niederlanden
12:30 Uhr Mittagspause @ Mensa
13:30 Uhr Laura Ritter, Universität Wien
Die FLEISCHliche Versuchung des Heiligen Antonius. Ein Tondo aus der Nachfolge des Hieronymus Bosch
14:15 Uhr Abschlussdirkussion & Übergabe an das Orga-Team des 84. KSK in Zürich


Tagungsort (Freitag-Sonntag):
Institut für Kunstgeschichte
Universität Wien
Unicampus Altes AKH
Hof 9 (Eingang Garnisongasse 13)
Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
Seminarraum 1 (EG @ Aula)


Organisation:
Maria Bitschnau, Johanna Függer, Nina Harm, Felicia Hayden, Simon Hemetsberger, Sabrina Möller, Lena Ortner, Barbara Praher, David Prearo, Petra Schönfelder, Mirabelle Spreckelsen, Simon Vagts, Bernhard Zemla


Die Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich!
www.univie.ac.at/kskwien/meld.htm


Kontakt:
kskwien@gmail.com
www.univie.ac.at/kskwien
www.facebook.com/kskwien

 


Fleisch. Material, Objekt, Denkfigur

83. Kunsthistorischer Studierendenkongress

CALL FOR PAPERS

Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, 29.11. - 02.12.2012
Deadline: Aug 31, 2012

83. Kunsthistorischer Studierendenkongress am Institut für
Kunstgeschichte der Universität Wien

Fleisch. Material, Objekt, Denkfigur

„ein echt wiener kadaver. schön.“
Elfriede Jelinek (wir sind lockvögel baby!, 1970)

Als Material in provokanten Arbeiten wie Hermann Nitschs Orgien-Mysterientheater oder Jana Sterbaks Kleidern bringt Fleisch exzessiv zur Darstellung, was sonst von Haut und Haar bedeckt wird, und dekonstruiert auf diese Weise materialsemantische Paradigmen. Als Objekt findet es seine motivische Ausarbeitung in den Stillleben von Rembrandt, Pieter Aertsen, Goya und Francis Bacon, wo die Farbe das Sterbliche wie Formalin zu konservieren scheint. Als Denkfigur spielt Fleisch sowohl in theologischen Vorstellungen wie der Inkarnation oder Eucharistie eine grundlegende Rolle als auch in philosophischen Überlegungen, beispielsweise bei Maurice Merleau-Ponty, der sich radikal von konventionellen Begriffsprägungen distanziert und zur Feststellung gelangt: „Die Welt ist Fleisch.“

Ob das Interesse am Fleisch daher rührt, dass es Projektionsfläche, farbig und formbar zugleich sein kann oder weil sich nach Claude Lévi-Strauss die Zivilisation gerade am Rohen, Gekochten und Verfaulten zeigt? Fleisch ist gewissermaßen wilder, archaischer als der Leib und lebendiger als der Körper. Es zieht die Lust auf sich und die Abscheu. Es lockt die Bestie an und den Gourmet. Es ist überdeterminiert und kann mit Ekel und Fetischisierung, kulturellen Praktiken und Grenzüberschreitungen konnotiert sein


Uns interessiert die Thematik in ihrem gesamten Spektrum: von feministischen Ansätzen, wie in Valie Exports Performances, über bildtheoretische Begriffe, etwa den "Bildleib" Theodor Hetzers, bis zu aktuellen Arbeiten eines Thomas Hirschhorn. Wie kann uns das Fleisch zum Verständnis ästhetischer Konzepte behilflich sein und welche theoretischen Ansätze können uns helfen, um es in seiner handfesten sowie metaphorologischer Bedeutung zu erfassen?

Der Call for Papers richtet sich an alle Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften. Wir freuen uns neben Beiträgen zur inhaltlichen Ausrichtung ebenso über hochschulpolitische Themen, die mit einem eigenen Schwerpunkt im Programm vertreten sein sollen. Alternativ zu Vorträgen (für die Dauer von 20-30 Minuten) sind ferner Ideen zu anderen Formaten – etwa Rundgänge, Workshops und Round Tables – willkommen. Orientiert an den Themenschwerpunkten wollen wir zudem die Möglichkeiten vor Ort nutzen und vor Originalen in Wiener Sammlungen, dem Historisch-Anatomischen-Institut oder auch der pathologischen Sammlung des sog. Narrenturms die wissenschaftsgeschichtlichen Facetten beleuchten. Die Publikation eines Tagungsbandes mit ausgewählten Beiträgen ist geplant. Wir ersuchen um Zusendung eines Abstracts über etwa eine Seite sowie eines kurz gefassten akademischen Lebenslaufs bis 31. August 2012 an kskwien@gmail.com.

Kontakt:
Barbara Praher
Petra Schönfelder
kskwien@gmail.com

www.univie.ac.at./kskwien

Kontakt
Postanschrift

Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

c/o Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 
10099 Berlin