Verein Geschichte

Unser Gründungsjahr ist kein Zufall. Im Oktober 1968 konstituierte sich der Ulmer Verein in Ulm als Reaktion auf gesellschafts- und wissenschaftspolitische Kontroversen. Diese wurden auf dem elften Deutschen Kunsthistorikertag des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker deutlich sichtbar. In seinen frühen Jahren diente der Verein vor allem als Vertretung des so genannten Mittelbaus – Wissenschaftliche Assistenten, Wissenschaftliche Mitarbeiter und Volontäre, aber auch die Studierendenschaft forderten eine Stimme. Denn diese beiden Gruppen wurden mit ihren jeweiligen Anträgen und Vorstellungen bezüglich dringender Hochschulreformthemen und der notwendigen Erweiterung der Gegenstandsbereiche des Faches durch den traditionellen Berufsverband nicht vertreten.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählten 29 Personen (siehe Vereinsakten). Von Thomas Gaehtgens und Volker Plagemann ging die Initiative zur Vereinsgründung aus, Hans-Ernst Mittig formulierte mit Volker Plagemann die erste Satzung, letzterer bildete mit Karl Arndt und Horst Hallensleben den ersten Vorstand. Es übernahmen Helmut R. Leppien, Hans-Ernst Mittig, Justus Müller-Hofstede, Volker Plagemann und Evelyn Weiss – viele weitere Namen für den wechselnden Vorstand folgten, unter anderem Irene Below, Horst Bredekamp, Jutta Held, Klaus Herding und Hans-Joachim Verspohl (s. Vorstandshistorie).

Vieles, worüber damals vehement debattiert wurde, ist längst zum Kanon der Kunst- und Kulturwissenschaften geworden: Politische Bildkultur, Kunstgeschichte als Bildwissenschaft, Gender- sowie Postcolonial Studies, kulturpolitische Diskurse und neue bildtheoretische Modelle – was auch ein Verdienst der ersten Generationen von Mitgliedern des Ulmer Vereins ist.

Die Anfänge und die Geschichte des Ulmer Vereins sind in folgenden Publikationen dokumentiert:

  • Harold Hammer-Schenk / Dagmar Waskönig / Gerd Weiss (Hgg.): Kunstgeschichte gegen den Strich gebürstet? 10 Jahre Ulmer Verein, 1968-1978. Geschichte in Dokumenten (Neuaufl. der Ausg. Hannover 1979) Marburg 1997, 186 S., ISBN 3-93758-00-5
  • 30 Jahre Ulmer Verein / Strategien des Überdauerns I, Themenheft der Zeitschrift kritische berichte, 27. Jahrgang, 1999, Heft 2.

Eine aktuelle Publikation, gefördert durch den Ulmer Verein, nimmt auf die damalige Auseinandersetzung Bezug:

  • Martin Papenbrock (Hg.): Kunst und Politik. Jahrbuch der Guernica-Gesellschaft. Schwerpunkt: Kunstgeschichte nach 1968, Göttingen 2010.

 

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Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

c/o Institut für Kunst- und Bildgeschichte
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